Ausflug an die Nordsee. Der Hinflug

Mit der Flugplanung, einem strahlend blauem Himmel und das Gepäck in der Katana verstaut, ging es am Sonntag auf den Weg in unseren Urlaub. Über das KRH – VOR ging es Inbound vom Charlie -VOR zum GEDERN – VOR. In den Luftraum Charlie durften wir in Frankfurt nur teilweise einfliegen. Leider. War laut Controller zu viel Verkehr.

Wir hatten unser erstes Etappenziel im Auge: Kassel-Calden. Eingeflogen über Echo sahen wir die Piste direkt vor der Nase. “D-ELEG Piste 22 in Betrieb”. Doch irgend etwas hat nicht gestimmt. Wir sind von Echo in Richtung Westen eingeflogen. Die Piste hätte also links von uns, also süd-westlich liegen müssen. Allerdings hatten wir eine Piste in Richtung Westen also in der Verlängerung der Cowling in Sicht. “D-ELEG haben Sie uns in Sicht?” Turm: “Positiv.” Also konnte ich nicht all zu falsch sein. Nach genauerem Hinsehen haben wir dann bemerkt, dass das die Baustelle des neuen Flugplatzes gewesen ist. Kurz dahinter war dann auch die aktive Piste in Sicht.

In Kassel gelandet haben wir uns im sehr netten UL-Vereinshaus gestärkt, haben getankt und sind auch wieder in die Luft. Wir wollten ja schließlich noch an die Nordsee.

Richtung Nieburg VOR ging es dann weiter. Mit einem “Moin, Moin” ….wurden wir dann von Bremen Radar begrüßt, der uns gleich die Freigabe zum Durchflug im Luftraum Charlie in Hannover erteilte. Am VOR flogen wir auf direkten Kurs nach Heide-Büsum.

Und da war sie: Die Nordsee. Nach unserer Landung hat sich die sehr nette Flugleiterin sofort um ein Hotel für uns gekümmert. Wir hatten nämlich nichts geplant. Nachdem wir ein Zimmer für eine Nacht zugesagt bekommen hatten, haben wir die Katana abgestellt und mit unserem Verzurrmaterial fest gemacht.

Im Hotel angekommen haben wir uns gleich auf den Weg an den Strand gemacht. Mit einem traumhaftem Sonnenuntergang und einem sehr leckeren Abendessen haben wir den Tag ausklingen lassen.

Fazit des Tages:
Mit genug Übung braucht man auch keine Angst vor den Lufträumen Charlie zu haben. Es ist genauso wie man es in der Ausbildung gelernt hat. “Just do it”

Die Baustelle in Kassel war in den Notams aufgeführt. Notams muss man sich gewissenhaft vor Augen halten.

Und last but not least: Fliegen macht einfach nur Spass.

Ausflug an die Nordsee. Tag 2

Nach einem ausgiebigen Frühstück haben wir uns auf den Weg zum Flugplatz gemacht. Gemeinsam mit der Flugleitung haben wir uns für die Insel Wangerooge entschieden. Freundlicherweise durften wir den Rechner benutzen und konnten unser Wetter checken, sowie eine Flugplanung ausdrucken.

Mit relativ starkem Seitenwind und angezogenen Schwimmwesten sind wir dann gestartet und haben uns Richtung Wangerooge gemacht. Da war sie nun. Unsere erste Erfahrung mit dem Flieger über Wasser.

In Wangerooge hatten wir eine Seitenwindlandung vor uns. Nach ein paar herausfordernden Winden haben wir die Katana sicher gelandet und uns auf den Weg an den Strand gemacht. Nach einem klassischen Krabbenbrötchen ​ und einer kleinen Wattwanderung ging es nachmittags auch wieder zurück zum Flugplatz. Beim Wetter-Check stellten wir leider eine Verschlechterung des Wetters fest. Aus dem Grund haben wir uns dann auch unverzüglich wieder auf den Heimweg nach Heide-Büsum gemacht.

Wieder in Heide-Büsum – auch wieder mit einer Seitenwindlandung- gelandet, wollten wir gleich die D-ELEG noch voll tanken. Da haben wir auch den Chef vom Flugplatz kennengelernt. Nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass er jahrelang in Karlsruhe gelebt und sogar mit älteren Mitgliedern sein Sprechfunkzeugnis gemacht hat. Sofort bat er uns einen Hallenplatz für die Katana an. Sehr von Vorteil, da die Wettervorhersage nicht gerade eine trocken-freie Nacht garantieren konnte.

Am Abend habe ich dann das Wetter wieder gecheckt und es sah so aus, dass die Kaltfront früher als geplant vorbei ziehen würde. Nach intensivem Wettercheck war ein Flug am nächsten Tag voraussichtlich nicht möglich. Wir waren wetterbedingt gegrounded.

Fazit des zweiten Tages:
Fliegen über Wasser ist ein seltsames Gefühl, an das ich mich nicht gleich gewöhnen konnte. Eine Navigation über Wasser ist schlicht weg schwer. Man kann sich nicht wirklich an irgendwelchen Referenzpunkten orientieren. Schwierig empfand ich auch im Wetter mit einer niedrigeren Wokengrenze über Wasser zu fliegen. Es war schwierig zu differenzieren, was Wolken und was Wasser gewesen ist. Das Einschätzen der vertikalen Sicht war nicht möglich. Zum Glück konnte ich mich an ein paar Schiffen orientieren und wusste, dass diese ja nicht in den Wolken schwimmen können.

Eine weitere Herausforderung war der Start und die Landung mit Seitenwind. Diese waren nicht wirklich mit denen auf einer 3000 Meter Piste zu vergleichen. Hier hat sich wieder gezeigt, wie wichtig es ist auf der Centerline zu landen, bzw. zu starten.

Besonders betonen möchte ich die Hilfe von meinen Fluglehrern erwähnen, die mir mit Rat und Tat in jeglicher Art zur Seite standen. Auch moralisch, denn wetterbedingt gegrounded zu sein, war ein seltsames Gefühl, das ich ich nicht einzuordnen gewusst habe. Besten Dank! Ich kann nur allen empfehlen die erfahreneren Piloten oder Fluglehrer auszuquetschen. Fragt nach. Alle werden euch helfen und euch unterstützen. Außerdem lernt man immer wieder neue Dinge und Ansichten.

Ausflug an die Nordsee. Tag 3

Die Vorhersagen hatten sich bewahrheitet. Die Kaltwetterfront machte einen Flug nicht möglich. Also haben wir uns einen schönen Tag gemacht. Zunächst haben wir einen Spaziergang zum Platz gemacht, um Bescheid zu geben, dass wir weiter in Büsum bleiben. Am Platz haben wir dann einen sehr netten Piloten kennengelernt, der uns mit zurück ins Zentrum genommen hat.

In Büsum haben wir uns dann ein schönes Museum angeschaut und sind viel an der frischen Nordseeluft spazieren gelaufen. Am Abend – wie soll es auch sein – haben wir leckeren Fisch gegessen.

Am Abend dann nochmal das Wetter gecheckt. Gegen 12 Uhr UTC haben wir dann ein Fenster im Wetter gesehen, das einen Flug ermöglichen könnte. Der Plan war nun die Rückreise ggf. in Etappen zurück zu legen.

Fazit des dritten Tages:
Ich habe viele neue Funktionalitäten von pc_met kennengelernt. Das ist ein sehr mächtiges Instrument und kann sehr hilfreich bei Entscheidungen sein. Wie einer meiner Fluglehrer immer gesagt hat: “Gehe immer davon aus, dass das Wetter sich zum schlechteren wendet”. Es hat sich bewahrheitet.

Und wieder nicht zu vergessen: Die netten Leute am Platz. Heute hatte uns die Flugleiterin sogar ihr privates Auto für einen Ausflug angeboten! Auch das super nette und flexible Hotelpersonal, dass es uns täglich ermöglicht hat, unseren Aufenthalt täglich zu verlängern und spontan zu agieren.

Ausflug an die Nordsee. Der Rückflug

Nach einem leckeren Frühstück sind wir mit Sack und Pack auf den Platz. Dort haben wir dann das Flugzeug beladen und gecheckt. Anschließend hatten wir ständig das Wetter im Blick und haben auf das Fenster gewartet, um losfliegen zu können.

Als das Regenradar eine Lücke gezeigt hatte, haben wir uns gleich in die Luft gemacht. Durch einige Regenschauern durch ging es mehr oder weniger um die Gewitter herum unter der Wokendecke zu unserem ersten geplanten Etappenziel nach Höxter.

Leider war Bremen Info nicht verfügbar. Das war auch im Notam bereits angekündigt, somit sind gleich auf Bremen Radar gegangen und waren in hörbereitschaft.

In der Platzrunde in Höxter angekommen, haben wir dann auch das erste Mal mit einer automatischen Funkansage Bekanntschaft gemacht. Es wurde in regelmäßigen Abständen der Wind und die Piste durchgegeben. Nach unserer Landung haben wir die D-ELEG voll getankt und nochmal das Wetter angeschaut. Die Kaltfront war in Höhe von Frankfurt. Aus dem Grund haben wir uns entschieden Richtung Westen dem schlechten Wetter auszuweichen.

Nach einer kurzen Pause und einem leckerem Stück Torte ging es dann wieder in die Luft.

Die nette Dame von Langen Information hat uns dann nach unserer Route gefragt, da wir nicht auf direktem Weg nach Karlsruhe geflogen sind. Sie hat uns sofort regelmäßig Wetterupdates gegeben.

Über unterschiedliche Lufträume mit jeweiligen Freigaben haben wir uns dann über den Pfälzer Wald in Richtung Schweighofen durchgekämpft. Bei Langen abgemeldet und wieder beim vertrauten EDSB Controller sind wir über Whiskey eingeflogen.

Zum Glück hatten wir die Flugzeiten etc sehr sorgfältig nach allen unseren Flügen bereits vorgeschrieben. So war auch der Papierkrieg relativ überschaubar gewesen.

Fazit des letzten Tages:

Das Wetter ist nicht immer planbar. Man muss immer einen Plan B und Plan C, idealerweise auch einen Plan D in der Tasche haben. Das erspart viel Zeit und Hektik im Cockpit.

Regen, niedrige Wolkendecken sind fliegbar. Ich werde sicherlich nicht übermütig werden, habe aber sehr viel über das Wetter gelernt und mich weiter heran getastet.

Es macht keinen Sinn in die Luft zu schauen und anhand von dem lokalem Wetter Rückschlüsse auf die ganze Strecke zu ziehen. Das Wetter kann sich extrem wenden.

Ich habe mir auf der kompletten Strecke die möglichen Mindestsicherheitshöhen angeschaut. Auch wenn ich rechtlich durch das Wetter auf 500 Fuß über Grund fliegen darf, habe ich mir meine persönliche Grenze auf 1500 Fuß über Grund gesetzt. Falls unsere Höhe über Grund darunter gewesen wäre, hätten wir eine Sicherheitslandung auf einem unserer geplanten Alternates durchgeführt.

Toll fand ich auch die Hilfe und Unterstützung von allen Lotsen. Sogar haben wir von Militärplätzen Freigaben zum durchqueren bekommen. Solange man alles direkt anspricht und deutlich formuliert was man will, klappt das in der Regel auch. Ich sehe die Lotsen immer mehr als “Dienstleister”, die den Piloten mit Informationen und Hilfen unterstützen – jeglicher Art.

Zusammenfassend kann ich einen solchen Ausflug jedem empfehlen und freue mich schon auf unseren nächsten Ausflug, den wir ins Ausland machen wollen. Mal sehen wo es uns hin verschlägt……

Bildergalerie zum Bericht

PHP Runtime Deprecation Notice
PHP Runtime Deprecation Notice: mysql_connect(): The mysql extension is deprecated and will be removed in the future: use mysqli or PDO instead in /usr/local/typo3/typo3_src-6.1.7/typo3/sysext/dbal/Classes/Database/DatabaseConnection.php line 2891