Endlich war das heiß ersehnte Wochenende dar, das ich schon über 4 Monaten in meinem Kalender rot markiert hatte.

Das Wetter hat gepasst, die Vorbereitung erfolgreich abgeschlossen und das Hotel gebucht, nichts stand dem Vorhaben mit der Super Dimona an die Nordsee zu reisen im Weg. Bei strahlendem Sonnenscheinwetter starteten wir ganz brav und vorbildlich mit Flugplan zum ersten Streckenabschnitt nach Damme. Das Routing führte uns über das Taunus VOR, Germinghausener VOR und Osnabrücker VOR zum Ziel.Pünktlich um 10:00 Uhr ging es dann los und alles verlief ohne Zwischenfälle, auch ein fieser Strahlungsnebel der uns zwischen Taunus VOR und Siegerland-EDGS begleitete, stellte keine Bedrohung dar

Gut zwei Stunden Flugzeit hatte meine Flugplanung ergeben und es ist schon seltsam wie viel Gedanken einem während des Fluges durch den Kopf geht.

  • habe ich mit genügend Sicherheit geplant?!
  • was wäre wenn jetzt der Motor ausgeht?!
  • habe ich bei der Flugplanung auch keinen Luftraum übersehen?!
  • wie waren nochmal gleich die Minimas von Luftraum Golf, Echo und Foxtrott?

Jedoch ein überaus entspannter Flugverlauf mit sehr schönem Wetter und entspannter Cockpitatmosphäre. Wundern darf man sich beim Reisen mit einem Motorsegler über folgende FIS-Meldungen:

 

  • „D-KDPS, eine Cessna überholt sie auf ihrer linken Seite mit deutlich höherer Geschwindigkeit“
  • „D-KDPS, ein Rettungshubschrauber überholt sie auf ihrer rechten Seite“
  • „D-KDPS, ein Ultraleicht überholt sie und unterfliegt sie in 1500 Fuß“

hier gilt: Augen zu (besser auf) und durch bei einer Reisegeschwindigkeit von knapp 85kt.

Endlich war dann auch Damme-EDWC in greifbarer Nähe und wir machten unseren Einleitungsruf und eine freundliche Flugleiterin nahm uns in Empfang. Tanken war kein Problem, trotz hohem Verkehrsaufkommen. Hier hatten wir uns auch mit einem leckeren Mittagessen gestärkt. Ganz interessant war auch die C-160 Transall direkt am Flugplatz, welche zum Museum für Technik, Natur und Luftfahrt e.V. gehört. www.transall-damme.de

Um 14:30 Uhr machten wir uns zu unserer heutigen letzten Etappe auf. Die Route führte uns über den Airport Wilhelmshafen direkt am Jade Busen entlang zur Insel Wangerooge. Über dem Festland holte ich die Anflugkarte heraus um die Platzrunde, Frequenz und Rufzeichen anzuschauen.

Nun endlich der lange erwartete Einleitungsruf:
„WOOGE INFO, von der D-KDPS, Guten Tag“


Als Antwort kam dann:
„WOOGE INFO, D-KDPS, Moin“...keine Frage, wir waren an der Nordsee.


Kurz und dennoch freundlich gab er mir Landeinformationen bei 10kt Wind direkt auf der Nase zur Piste 28 kein Problem. Was für mich etwas ungewohnt war, war die Platzrunde in 800ft über dem Meer. Da konnten wir ohne große Mühe Wattwanderungen und Fischerboote beobachten. Leider hatte der Flugplatz etwas Probleme mit aufgeweichten Abstellflächen und Rollwegen, warum wir auch großen Umweg machen mussten um an die letztendliche Parkposition zu gelangen. Über Funk hatte der Flugleiter uns einen schönen Aufenthalt auf „der Insel“ gewünscht. Endlich, wir waren da der Hohenmesser zeigt „0“ an und der frische Meereswind wehte uns um die Nase.
Dann ging es los: Cockpit ausräumen, Gepäck aus dem Gepäckraum, Flugzeug gut verzurren, Haube drauf und endlich die ersten Fotos machen. Wir stellten uns noch kurz bei der Flugleitung vor, welche sich sehr gefreut hat über unseren Besuch und uns gleich mit Informationen über die Insel informierte.
Der Verkehrslandeplatz Wangerooge EDWG gehört zu östlichsten der sieben ostfriesischen Inseln. Mit ca. 1000 Einwohner zählt die Insel zu den kleinsten bewohnten ostfriesischen Inseln. Eine weitere Besonderheit sind die total autofreien Straßen da bis auf Feuerwehr, Krankenwagen und Polizei keiner ein Auto auf der Insel besitzt.
Auf dem Weg zu unserer Unterkunft konnten wir schon ein wenig die Insel anschauen und schön freundlich „moin moin“ sagen.
An der Unterkunft endlich angekommen wurden wir ebenfalls überaus freundlich empfangen und in unser neues Quartier eingewiesen.
Gleich im Anschluss machten wir uns auf zur Strandpromenade. Die Aussicht und die Lage war einfach unbeschreiblich und schwer in Worten zu fassen. Strahlendblauer Himmel, leichte Briese, freundliche Einwohner und die ersten Möwen kreisen über unseren Köpfen....endlich Urlaub.
Am Abend gingen wir noch lecker essen und machten schon die Pläne für den nächsten Tag.

nach Borkum fliegen

Am zweiten Tag nach dem umfangreichen Frühstück machten wir uns frisch gestärkt zum Flugplatz. Wir hatten uns entschieden nach Borkum zu fliegen. Borkum ist die westlichste der Inseln und ein großes Tourismus und Erholungsmagnet. Wieder lies der zuständige Flugleiter in Wooge uns die Flugplanung ausdrucken inklusive Wetter und bewies auch hier souveräne Freundlichkeit. Nun ging es los, diesmal war die Piste 10 in Betrieb und wir flogen bei Wolkenlosen Himmel und strammen 18kt Rückenwind nach Borkum.Die Flug über die Inseln Spiekeroog, Langeoog, Baltrum, Norderney und Juist bescherte uns ein wunderschönes Panorama. Wieder 5 Minuten vor erreichen von Borkum meldete ich mich an und bekam die Piste 13 und einen Wind von 100 Grad mit 20kt und Böen 25kt als Landeinformation.
Auch hier am Flugplatz war ziemlich viel Verkehr sowohl in der Platzrunde als auch am Platz selbst. Die Landung hat geklappt und wir rollten zu unserer Abstellfläche um anschließend zur Flugleitung zu gehen um die Landegebühr und Kurpauschale zu bezahlen. Anschließend mieteten wir uns zwei Fahrräder und mach uns auf Erkundungstour auf Borkum. An der schönen Landschaft entlang fuhren wir vom Süden der Insel her in die Innenstadt Borkum. Hier ein Leuchtturm, da eine Möwe und das Meer immer im Blick. Völlig ungewöhnlich für solche Festlandtiroler wie wir es sind. In der Stadt angekommen verwöhnten wir unseren Magen mit Kaffee und Kuchen. An der Strandpromenade fuhren wir bis zum fast östlichsten Teil der Insel und genossen die Landschaft. Um 15:30 Uhr ging es wieder zurück in Richtung Wangerooge.
Beim Heimflug lies uns der starke Gegenwind gut 15 Minuten länger in der Luft. In der Platzrunde von Wangerooge hat mich der Flugbetrieb beeindruckt, als wir die Information bekamen dass sich derzeit 5 Flugzeuge in der Platzrunde befanden mit mir dann 6!!! Dies war alles möglich, da jeder Pilot genaue Positionsmeldungen gab und man sich so untereinander sehr gut absprechen konnte. Sehr vorbildlich! Nach der Landung hieß es wieder das Flugzeug gut zu verzurren, denn für den nächsten Tag wurden Sturmböen vorhergesagt.

einen schönen Tag auf der Insel

Wie vorhergesagt wurde an unserem drittem Tag eine Flugplatzwarnung für Wangerooge erstellt: Böen um die 35kt das sind 65km/h!!!

Also entschieden wir uns am Boden zu bleiben. Wir machten uns dann einen schönen Tag auf der Insel. Inklusive einem Abendessen im legendären Cafe Pudding. Die Wetteraussichten sollten sich heute nicht signifikant ändern. Aus diesem Grund entschieden wir uns erst am Montag heim zu fliegen. Zwar war der Sonntag für den Rückflug geplant aber in den Vorbereitungen haben wir diesen Puffer ja schon berücksichtigt. Für das Hotel und den Flugplatz kein Problem noch einen Tag dran zu hängen.

über Leer-Pappenburg, Münster Telgte zurück nach Rheinstetten

Am 4. Tag mussten wir unseren Rückflug antreten, der Wind hat sich wieder etwas beruhigt und nach der Flugplaung machten wir die Dimona wieder Abflugklar und rollten zur Piste 10 in Wooge. Der Flugleiter gab uns Windinformationen von 140 Grad mit 22 Knoten. Also Gas rein und nach gefühlten 10 Meter Startstrecke stiegen wir wie ein Heli nach oben mit dem Variometer am Anschlag. Sehr beeindrucken und zugleich angsteinflößend.

Von Wangerooge ging es zunächst nach Leer-Pappenburg um die Dimona noch einmal voll zu tanken. Hierbei mussten wir Wittmundhafen überfliegen und da es dort in letzter Zeit oft gefährliche Annäherungen mit Phantom Jets gegeben hat, musste man entweder den Turm von Wittmundhafen rufen oder einfach bei Bremen Information sich anmelden. Ich entschied mich für Bremen Information, doch der Einleitungsruf stellte sich als schwieriger als erwartet. Es war sehr viel los in der Luft und zudem kam noch ein Notfall wodurch der „FIS-Mensch“ noch mehr gefordert wurde. Doch schließlich klappte es. Informationen wie: „Ein Militärjet kreuzt sie von links nach rechts in gleicher Höhe“ sind in diesem Gebiet keine Seltenheit.

Bei sehr böigen Wind landeten wir dann in Leer-Pappenburg und schätzten das unkomplizierte Handling am Boden.
Vollgetankt ging es dann nach Münster Telgte um Verwandtschaft zu besuchen. Auch hier bekamen wir vom Flugleiter zu hören, dass wir der zweite wären der heute hier landen würde (vermutlich wegen den miesen Windverhältnisse). In Telgte gelandet, machten wir uns auf nach Telgte um mit der Verwandtschaft bei Kaffee und Kuchen zu plaudern. Um 15:00 Uhr ging es dann zur letzten Etappe nach Hause. Bei Wolkenlosem Himmel gestartet mussten wir ab Frankfurt unter einer geschlossenen Wolkendecke in 3600 Fuß fliegen, was unser Heimweh nach Wangerooge nur noch stärker wurden lies.


Ansonsten war der restliche Heimflug unspektakulär und wir landeten schließlich in Rheinstetten.

Auf der Heimfahrt waren wir uns einig.....
dies war nicht die letzte Reise an die Nordsee.


Fazit des Ausfluges:
Mit einer guten Flugvorbereitung wird das Fliegen auf weiter Strecke zu einem entspannten und professionellen Vorhaben für Pilot und Co-Pilot.


Bilder zum Ausflug

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