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Archiv für 2005

Wolkenthermik über Süddeutschland

von Peter Erdmann am Samstag, 14. Mai 2005

(Ein Flugbericht von Samuel Mellert)

Montag Mittag rief ich Dietmar an. Er hatte am Wochenende erzählt, dass er diese Woche auf Streckenflug gehen wollte. Ich fragte ihn ob er auch doppelsitzig fliegen würde und er war sofort angetan von der Idee. Er hatte sich den Dienstag für seinen ersten Streckenflugtag ausgeguckt und wir besprachen, dass er sich nun um eine Möglichkeit in die Luft zu kommen bemühen würde und wir abends wieder telefonieren sollten.

Dienstag Abend stand dann fest, dass wir fliegen würden. Kalman wollte zum Rasen mähen auf den Platz kommen und hatte sich bereit erklärt den Posten des Startwindenfahrers zu besetzen. Michael sollte die Funktion des Flugleiter übernehmen. Zudem hatte er mit Mario Kraft besprochen. Mario wollte sich uns anschließen und mit seiner SZD 55 fliegen. Zudem hatten sich auch noch drei Akaflieger gemeldet, die auch fliegen wollten.

Dienstag um 8 Uhr traffen Dietmar und ich uns in der Stadt und fuhren zum Platz. Wir rüsteten bei noch stark bewölktem Himmel den Duo auf und gingen dann an die Flugplanung. Dietmar analysierte die Wetterbedingungen und kam zum Entschluss, dass wir uns Richtung Norden halten sollten um dann über dem Odenwald Richtung Osten abzuschwenken.

In der Zwischenzeit waren dann auch Mario und die Akaflieger auf dem Platz angekommen. Wir halfen Mario beim Aufrüsten und machten alles fertig für den Start. Gegen 13:30 Uhr war es dann so weit. Alles war startbereit.

Wir starteten zu erst. Nach einigem Suchen fand Dietmar nördlich des Kreisels einen Bart und wir stiegen ein. Wir stiegen auf knapp über 1000 m und flogen dann Richtung Raffinerie ab. Dort hatten wir wenig Glück und waren schon kurze Zeit später wieder am Nördlichen Platzende angekommen wo wir uns zur friedlich kreisenden D-4491 gesellten. Mit der nun gewonnen Höhe versuchten wir es erneut.

Diesmal mit Erfolg. Wir flogen Richtung Linkenheim, Bruchsal und Sinsheim. Dort traffen wir Mario wieder. Gemeinsam folgten wir einer viel versprechenden Wolkenstraße, die uns bis Mainbullau brachte. In Mainbullau hatte Mario Pech und büßte einen Großteil seiner Höhe ein. Nur durch hartes Kämpfen konnte er eine Landung in Mainbullau verhindern. Nach dem sich Mario wieder ausgegraben hatte machten wir uns auf den Rückweg. Flogen über den Neckar und Heidelberg. Südöstlich am Hockenheim-Ring vorbei und tankten dann nördlich des Kernforschungszentrums noch einmal Höhe, entschlossen uns dann jedoch östlich daran vorbei zu fliegen und noch Stutensee, Weingarten, Grötzingen und Durlach zu besuchen. Über dem Turmberg ging es dann wieder in die Höhe und Dietmar blickte sehnsüchtig gen Schwarzald. Sein Wunsch noch einen Abstecher in den Schwarzwald zu machen erntete jedoch meinen Widerspruch, da mein Magen sich in einem nicht mehr ganz einwandfreien Zustand befand. Mein erster “großer” Flug als Passagier hatte mir doch etwas zugesetzt.

Selbst zu fliegen ist in dieser Hinsicht doch vorteilhafter. In der Platzrunde angekommen durfte ich dann noch einige Kreise und unsere restliche Höhe abfliegen, bevor Dietmar den Duo Discus sanft auf dem Platz aufsetzte.

Nach dem Abrüsten mussten wir dann etwas enttäuscht feststellen, dass wir vergessen hatten den Logger zu aktivieren und deswegen keine Aufzeichnung des Fluges besaßen.

Trotzdem war es ein schöner Flug und eine tolle Erfahrung, die in mir jetzt schon den Reiz des Streckenfluges gezeigt hat und ich hoffe in ein bis zwei Jahren dann auch schon selbst auf Streckenflug gehen zu können.

Ganz herzlich möchte ich mich deshalb bei Dietmar dafür bedanken, dass er mir diese Möglichkeit geboten und mich mitgenommen hat. Danke Dietmar!

Kooperation LSV/FSV erfolgreich angelaufen

von Peter Erdmann am Freitag, 29. April 2005

Die Katana hat ihre ersten 100 Stunden bereits absolviert und erfreut sich großer Beliebtheit. Die Kooperationmit der Motorflugabteilung des FSV-1910 Karlsruhe ist erfolgreich angelaufen. Beim Sunriseflug hat die D-ELEG gegen die vorhanden Maschinen ihre Feuertaufe bestehen können.

Mit dem heutigen Stand haben sich bereits 7 Piloten des FSV einweisen lassen. Zwei Piloten haben wieder zu unserem Verein zurückgefunden, da wir jetzt über ein E-Klasse-Flugzeug verfügen.

Der “Strom” in Richtung auf die viersitzigen Maschinen des FSV war aus unseren Reihen noch nicht so groß. Das ist auch recht verständlich, da das Gro unserer Piloten aus dem Bereich Motorsegler kommt. Also steht vorrangig das SEP-Class-Rating an und danach natürlich auch der Wunsch nach einer größeren Maschine. Die Gegenströmung wird also zeitverzögert eintreten. Einige größere Flüge sind bereits geplant: zum Diamond-Kundentreffen 25/26. Juni 2005 werden mehr Piloten mit Anhang nach Dresden anreisen, als unsere beiden Diamonds fassen können. So wie es aussieht wird daraus ein kleiner Vereinsausflug.

Im übrigen ist Dresden wirklich auch eine Reise wert.

“Ich sehe mir das mal von unten an.”

von Jürgen Skucek am Montag, 18. April 2005

“Ich sehe mir das mal von unten an.”

.. mit diesen Worten ließ mich Markus gestern erstmals alleine fliegen. Im ersten Moment war ich sehr überrascht, da ich nicht damit gerechnet hatte, dass es so schnell gehen würde. Im zweiten Moment fühlte ich mich dann doch sehr geehrt. Mit ein wenig Herzklopfen ging es dann an den Start.

Der Windenschlepp war etwas zaghaft aber ausreichend und als ich dann oben war genoss ich es dann doch sehr die alleinige Führerschaft über das Flugzeug zu besitzen. Über der Messe fand ich dann prompt auch etwas tragende Luft und konnte die Zeit zwischen Start und Landung damit auf immerhin 10 Minuten verlängern.

Nach der Landung folgten dann noch der 2. und 3. Alleinflug.

Mit einem traditionellen Kornblumenstrauß und dem Brauch der thermisch orientierten Sensibilisierung des verlängerten Rückens wurde ich dann von den versammelten Fliegerkammeraden empfangen.

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen, die mir das Erreichen dieses ersten Ausbildungsabschnitts ermöglicht haben ganz herzlich bedanken. Mein besonderes Dankeschön gilt hierbei natürlich den Fluglehrern, den Windenfahrern, Flug- und Startleitern und allen die durch ihren Beitrag den Flugbetrieb erst möglich machen.

Vielen Dank!
Samuel Mellert

Neue Internetseite des LSV-Albgau

von Peter Erdmann am Sonntag, 13. Februar 2005

Rechtzeitig zum Erscheinen des zweiten DeltaKilos des Jahres und zum Beginn der neuen Saison ist die neue Seite nun online.

Ein Teil der Inhalte der alten Seite sind noch nicht übernommen, werden aber in den nächsten Tagen folgen. Viele der neuen Funktionen, wie das Ändern der eigenen Kontaktdaten oder das Einstellen von Bildergalerien sind im Moment noch nicht fertig und werden erst nach und nach folgen.

Der interne Bereich ist mit bekannten Login-Daten über den Menüpunkt ‘lsv-intern’ zu erreichen. Künftig soll der Login jedoch personalisiert werden, so dass jeder der den internen Bereich nutzen möchte eine E-Mail Adresse eintragen muss. Wer seine E-Mail Adresse ändern oder eintragen lassen möchte kann mich diesbezüglich direkt anschreiben.

Anregungen, Kritik und Lob könnt ihr gerne an selbe Adresse los werden. Per E-Mail oder über das Kontaktformular.

Viel Spaß mit der Seite!

Wellenalarm über dem Murgtal

von Peter Erdmann am Samstag, 8. Januar 2005

Detlev schmeißt das Telefon an und betätigt sich als “Wellen-sittich”. Schon ab Mittwoch warnt er vor. Alle Posten besetzt und mit drei Flugzeugen geht’s an diesem Samstag los. Wellenalarm im Murgtal. Hier die Geschichte aus Sicht der ASK21 Mannschaft: Dietmar und Reinhard im Duo gehen als erste raus und haben einen guten leichten Einstieg. Detlev mit seiner LS 4 geht als nächster raus.

Die ASK21 mit Jürgen und Samuel folgt. Samuel, seit dem 1. Januar beim LSV, muss heute noch hinten sitzen – noch kein Medical – Leo schleppt uns mit der GZ direkt in die Welle. In 1300 m etwas südlich des Eichelberg klinken wir aus. Detlev ist schon ca. 500 m über uns. Der Duo schon auf dem Weg nach Süden – Richtung Offenburg. Wir suchen die beste Position, und finden sie, direkt (wen hätte es auch gewundert) unter Detlev, südwestlich etwa 3 km vor dem Malberg. Wir steinen auf 2600 m. Dann versuchen wir mal, ob bei dieser sehr starken westlichen Anblasrichtung nicht vor der Teufelsmühle noch besseres Steigen zu finden ist. Nach diesem Fehlversuch fliegen wir wieder zum Malberg zurück. Dabei haben wir 600 m verloren. Detlev hat bereits die 3000 m fast erreicht. Position des Duo? Wir hören Detlev mit Dietmar sprechen – Außenlandung – bei Offenburg. Dort trägt kein Hang. Andere Meldungen aus dem Gebiet zwischen Offenburg und Freundenstadt:

“komme nicht mehr gegen den Wind vor – Welle trägt nicht mehr, muss außenlanden”
hören wir nun von mehreren. Am Malberg geht es weiter rauf. Wir schätzen jetzt den Wind auf 130 km/h. Vor uns sichten wir eine ASK16. Wir fliegen vor und tasten uns von der Seite an sie heran. Beide zücken den Fotoapparat. (später über Internet finden wir uns und Wolfgang Woiwode (Speyer) tauscht mit uns Bilder und Erfahrungen aus). Toller Blick. Bis zu den Alpen.

Wir lassen uns wieder zum Malberg zurückversetzen und steigen weiter. Die ASK16 fliegt weiter gen Südwest vor und wirft den Motor an, wie wir später erfahren, da kein Steigen mehr zu finden war.

Wir sind nun 2900 m. Detlev 3400 m. Da kommt von Westen eine Wolkenschicht in ungefähr 2000 m herein. Es entstehen auch unter uns schnell Wolken. Detlev sieht in zweiter Reihe der Wolken Locher und sinkt in Richtung Platz durch.

Wir fliegen an der Vorderkante der Wolkenfront. Bis wir die Höhe aber abgeflogen haben, hat es uns soweit nach Osten versetzt, dass wir bereits bei Karlsbad sind. Ach herje, ein fataler Fehler! Wir sind parallel zum Wind geflogen, der freie Blick zu den Alpen bewundernd und das von Westen sich Aufbauende Wolkenspiel hat uns begeistert. Die Fotos zeugen davon. Aber von Karlsbad gegen diesen Wind zurück? 130 km/h Gegenwind? Wir fliegen jetzt unter den Wolken auf den Turm von Wolfahrtsweiher zu. Davor landen?

Mit ca. 200 m über der Hangkante entscheiden wir weiter zu fliegen. Über den Wald zum Flugplatz reicht es aber auf alle Fälle nicht mehr. So entscheiden wir uns in ca. 300 m Höhe zur Außenlandung. Saubere “Platzrunde” auf ein Feld zwischen vielen Hochspannungsleitungen. Leider frisch gepflügt, aber frei und in Windrichtung. Landung trotz den nassen, gepflügten Ackers sanft. Die Dimona-Besatzung nimmt mit uns Kontakt auf und informiert die Mannschaft am Platz. Mit großem “Hallo” und den Fragen, wie das wohl einem Fluglehrer passieren kann, feiern wir beim Italiener mit Pizzas den erlebnisreichen Flugtag, an dem sicher viele Leute sich wegen den Windes gar nicht vor die Türe trauten.
Schlussbemerkung: Dank an die Helfer: Leo (Schlepper), Kalman (FL) und die Rückholmannschaft: Torsten, Dieter, Bertold. Und ansonsten: Üben, Üben, Üben. (js)

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