Wolkenthermik über Süddeutschland
(Ein Flugbericht von Samuel Mellert)
Montag Mittag rief ich Dietmar an. Er hatte am Wochenende erzählt, dass er diese Woche auf Streckenflug gehen wollte. Ich fragte ihn ob er auch doppelsitzig fliegen würde und er war sofort angetan von der Idee. Er hatte sich den Dienstag für seinen ersten Streckenflugtag ausgeguckt und wir besprachen, dass er sich nun um eine Möglichkeit in die Luft zu kommen bemühen würde und wir abends wieder telefonieren sollten.
Dienstag Abend stand dann fest, dass wir fliegen würden. Kalman wollte zum Rasen mähen auf den Platz kommen und hatte sich bereit erklärt den Posten des Startwindenfahrers zu besetzen. Michael sollte die Funktion des Flugleiter übernehmen. Zudem hatte er mit Mario Kraft besprochen. Mario wollte sich uns anschließen und mit seiner SZD 55 fliegen. Zudem hatten sich auch noch drei Akaflieger gemeldet, die auch fliegen wollten.
Dienstag um 8 Uhr traffen Dietmar und ich uns in der Stadt und fuhren zum Platz. Wir rüsteten bei noch stark bewölktem Himmel den Duo auf und gingen dann an die Flugplanung. Dietmar analysierte die Wetterbedingungen und kam zum Entschluss, dass wir uns Richtung Norden halten sollten um dann über dem Odenwald Richtung Osten abzuschwenken.
In der Zwischenzeit waren dann auch Mario und die Akaflieger auf dem Platz angekommen. Wir halfen Mario beim Aufrüsten und machten alles fertig für den Start. Gegen 13:30 Uhr war es dann so weit. Alles war startbereit.
Wir starteten zu erst. Nach einigem Suchen fand Dietmar nördlich des Kreisels einen Bart und wir stiegen ein. Wir stiegen auf knapp über 1000 m und flogen dann Richtung Raffinerie ab. Dort hatten wir wenig Glück und waren schon kurze Zeit später wieder am Nördlichen Platzende angekommen wo wir uns zur friedlich kreisenden D-4491 gesellten. Mit der nun gewonnen Höhe versuchten wir es erneut.
Diesmal mit Erfolg. Wir flogen Richtung Linkenheim, Bruchsal und Sinsheim. Dort traffen wir Mario wieder. Gemeinsam folgten wir einer viel versprechenden Wolkenstraße, die uns bis Mainbullau brachte. In Mainbullau hatte Mario Pech und büßte einen Großteil seiner Höhe ein. Nur durch hartes Kämpfen konnte er eine Landung in Mainbullau verhindern. Nach dem sich Mario wieder ausgegraben hatte machten wir uns auf den Rückweg. Flogen über den Neckar und Heidelberg. Südöstlich am Hockenheim-Ring vorbei und tankten dann nördlich des Kernforschungszentrums noch einmal Höhe, entschlossen uns dann jedoch östlich daran vorbei zu fliegen und noch Stutensee, Weingarten, Grötzingen und Durlach zu besuchen. Über dem Turmberg ging es dann wieder in die Höhe und Dietmar blickte sehnsüchtig gen Schwarzald. Sein Wunsch noch einen Abstecher in den Schwarzwald zu machen erntete jedoch meinen Widerspruch, da mein Magen sich in einem nicht mehr ganz einwandfreien Zustand befand. Mein erster “großer” Flug als Passagier hatte mir doch etwas zugesetzt.
Selbst zu fliegen ist in dieser Hinsicht doch vorteilhafter. In der Platzrunde angekommen durfte ich dann noch einige Kreise und unsere restliche Höhe abfliegen, bevor Dietmar den Duo Discus sanft auf dem Platz aufsetzte.
Nach dem Abrüsten mussten wir dann etwas enttäuscht feststellen, dass wir vergessen hatten den Logger zu aktivieren und deswegen keine Aufzeichnung des Fluges besaßen.
Trotzdem war es ein schöner Flug und eine tolle Erfahrung, die in mir jetzt schon den Reiz des Streckenfluges gezeigt hat und ich hoffe in ein bis zwei Jahren dann auch schon selbst auf Streckenflug gehen zu können.
Ganz herzlich möchte ich mich deshalb bei Dietmar dafür bedanken, dass er mir diese Möglichkeit geboten und mich mitgenommen hat. Danke Dietmar!