Ist Segelfliegen gefährlich?

Segelfliegen an sich ist ungefährlich solange der Pilot mögliche Risiken erkennt und vermeidet. In der Luft passiert so gut wie nie etwas. Start und Landungen werden immer wieder trainiert. Wie bei jeder anderen Sportart sind aber Unfälle nicht ganz auszuschließen. Das trifft beim Rudern in Wildwasser, Klettern im Park oder Zweiradfahren genau so zu. Für den Fall, dass trotzdem mal was schief geht, wird man in der Ausbildung auf die meisten Notfälle vorbereitet. Einen Fallschirm hat man für den Fall das oben mal was passiert ist auch immer dabei.
Flugunfälle werden in den Medien immer besonders hervor gehoben, landen überregional und Funk und Fernsehen. Der Motoradfahrer, der einen schweren Unfall hat, wird nur mit einer kleinen Artikel erwähnt. Wir  nehmen diese Unfälle einfach nur unterschiedlich war.

Was kostet die Ausbildung

Diese Frage steht verständlicherweise immer ganz oben. Einen Preis kann man aber genau so wenig festlegen, wir die Frage nach den Kosten für einen Führerschein. Zunächst ist man Mitglied in einem Verein, deren Mitglieder ihre Freizeit gemeinsam in einemm Hobby teilen.
Für die Aubildung benötigt ein Flugschüler etwa 50 - 80 Starts bis zum 1. Alleinstart. Ein Start an der Winde kostet 4 €. Hinzu kommen die Flugminuten, die während der Schülerzeit jedoch mit ein bis zwei Euro am Tag gering ausfallen.
Die gleiche Anzahl der Starts werden im Schnitt für die weitere Ausbildung benötigt, wobei hier mit der Zeit durch die Lernerfolge auch die Flugzeiten länger werden. Das ganze bewegt sich zwischen 2-3 Jahren, je nach wie sich der Flugschüler engagiert.
Am Ende der Ausbildung zählt aber nicht die Frage, was kostet die Lizenz, vielmehr ist es des Erlebnis in einem Verein gemeinsam ein Hobby zu erleben und ganz nebenbei den Schein zu machen.

Wie alt muss ich sein?

Ab wieviel jahren darf man alleine fliegen? Jünger als zum Mofa fahren. Mit 14 Jahren kann man die Segelflugausbildung beginnen und auch alleine fliegen, vorausgesetzt die Eltern stimmen zu. Die Segelfluglizenz bekommt man mit 16 Jahren. Dann kann man auch mit der Motorseglerausbildung anfangen. Hier gibt es die Lizenz erst mit 17. Nach oben gibt es keine Altersgrenze.

Wie lange benötigt man für die Ausbildung ?

Die Ausbildung bis zur gültigen Lizenz dauert in Verein etwa 1-2 Jahre. Es hängt jedoch stark davon ab, wieviel Zeit ein Flugschüler selbst in die Ausbildung steckt. Nimmt man während der fliegbaren Tage an jedem Wochenende teil, stellt sich schnell der Erfolg ein. Nach 50 - 80 Starts mit dem Fluglehrer sind die meisten Flugschüler "Alleinflieger" das bedeutet, der Schüler übt ab diesem Zeitpunkt in einem einsitzigen Flugzeug.

Wieviel Zeit braucht man?

Wenn man fliegen will sollte man auch den ganzen Tag auf dem Flugplatz sein, das heißt von morgens 9 Uhr bis zum Abend. Dabei kann es abends auch durchaus schon mal 20 Uhr werden. Gerade in der Zeit bis zum Alleinflug ist es wichtig, dass man einigermaßen regelmäßig da ist, damit man nicht so lange für die Ausbildung braucht.

Was sind Baustunden?

Baustunden sind die Leistungen, die von unseren Mitgliedern als "Arbeitsleistung" erbracht werden müssen. Durch die Baustunden reduzieren wir im Verein die Beitragskosten. Hierzu gehört die Winterarbeit an unseren Flugzeugen, Pflege und Wartung an Fahrzeugen und der Infrastuktur. Es gibt aber auch weitere Betätigungsfelder, die als Baustunden angerechnet werden. Öffentlichkeitsarbeit oder Unterstützung der administrativen Arbeiten zählen unter anderem dazu. Wir lernen unsere Mitglieder alle an, für jeden gibt es etwas sinnvolles zu tun, deswegen muss niemand Bedenken haben die Baustunden nicht leisten zu können.

Was passiert wenn es keine Themik mehr gibt

Landung auf einem Stoppelacker

Die Piloten versuchen immer ein Flugplatz im Auge zu halten, den man mit seiner verfügbaren Höhe noch erreichen kann. Das klappt aber nicht immer, weil die Plätze zu weit auseinander liegen. Von oben hat der Pilot aber sehr gute Sicht und er kann sich ein sogenanntes Außenlandefeld suchen. Die Landung erfolgt dann mit den gleichen Manövern wie auf dem Flugplatz. Außenlandungen gehören zur Ausbildung und eine Bedingung zum erhalt der Lizenz.
Die Kammeraden holen dann den Piloten mit dem Anhänger ab. In der Zwischenzeit hat man aber meistens neugierige und hilfreiche Zuschauer, den man alles in aller Ruhe erklären kann.

Wie lange kann man fliegen

Der Segelflieger ist meistens nur bei gutem Wetter zu sehen. Der Grund ist die Energiequelle die benötigt wird um oben zu bleiben. Die Sonne erwärmt die Erdoberfläche so lange, bis sich eine Blase heißer Luft vom Boden löst und so lange nach oben steigt, wie sie wärmer ist als die Umgebungsluft. So einen Aufstieg nennen die Segelflieger "Bart". Fliegt ein Segler immer geradeaus, trifft der Pilot irgendwann auf so einen Schlauch der Warmluft, die nach oben steigt. Erkennen kann man das durch das Variometer und mit dem "Hintern". Nun muss der Pilot im Zentrum der aufsteigenden Luft bleiben und mit ihr steigen. Um das bestmöglich hin zu bekommen "kurbelt" er. Das geht bis an die Wolken, dann gleitet der Pilot wie ein Delphin bis zum nächsten Bart. Wird die Sonne abends aber zu schwach, hört die Thermik auf und man kann nicht mehr aufsteigen. An guten Tagen sind 8-10 Stunden Flug ohne weiters möglich.

Wie hoch fliegen Segelflugzeuge

Normale Flughöhen liegen zwischen 500 und 3000 m über dem Meeresspiegel. Kurzfristig dürfen die Höhen auch bis zu 3600m überstiegen werden. Darüber muss der Pilot Sauerstoff mitführen.
Natürliche Grenzen nach oben sind kaum gesetzt, so dass man auch auf 10.000m steigen kann. Solche Flüge sind aber Ausnahmen und es werden bestimmte Wetter und Windbedingungen benötigt.

Normalerweise fliegen Segelflieger aber immer unter der Wolkendecke. Die Wolken zeigen ihm, wo die Thermik ist, denn sie enstehen genau an den Stellen, wo warme Luft aufsteigt.

Warum tragen Segelflieger immer so unmodische Kappen

Pilot mit Thermikbecher
Pilot mit Thermikbecher auf dem Kopf

Die Kappen schützen im Cockpit vor der direkten Sonneneinstrahlung und somit vor einem Sonnenstich. Nun, man könnte behaupten, das Segelfliger nicht Eitel sind, was gar nicht so weit her geholt ist. Der wahre Grund dieser unschönen Kappen (Thermikbecher) liegt aber in der Tatsache, dass eine schicke Schirmmütze dem Piloten in seinem Sichtfeld stark einschränkt. Im Segelflug wird häufig mit anderen Flugzeugen in einem Aufwind gemeinsam gekreist. Dabei sind sich die Flugzeuge recht nahe. Eine gute Sicht nach allen Seiten (links, rechts und nach oben) dient hier der Sicherheit.

Wo warme Luft nach oben steigt, entwickelt sich häufig auch eine Quellwolke. Es gibt für den Segelflieger also immer einen guten Grund auch mal nach oben zu schauen.

Wieviel Wind braucht ein Segelflugzeug

Zum Fliegen mit dem Segelflugzeug wird gar kein Wind benötigt. Starker Wind ist gar nicht willkommen weil die Fluggeschwindigkeit gegenüber der Luft wichtig ist. Gegen den Wind zu fliegen ist wie Fahradfahren gegen den Wind. Leichter Wind dagegen ist sehr willkommen, weil dadurch am Boden die heiße Luft gegen Hindernisse (Bäume, Häuser oder Gewässer) geschoben wird. Dadurch löst sich die Warme Luft und steigt nach oben. Genau das was der Pilot sich wünscht.

Seit wann gibt es den Segelflug?

Im Grunde genommen seit über 100 Jahren, seit Otto Lilienthal seine ersten Flüge machte. Zu weiter Verbreitung gelangte der Segelflug in den 30er Jahren, als der Motorflug nach dem 1. Weltkrieg verboten war. Deutschland ist das Mutterland des Segelflugs. Über 40 % aller Segelflugpiloten fliegen in unserem Land und 95 % aller Segelflugzeuge werden hier hergestellt.

SG38 Nachbau
Regelmäßig holen wir die SG38 vom Verband und dann haben wir eine Menge Spaß damit

weitere Fragen und Antworten gibt es auf der Homepage von segelflug.de

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