1928-1937
1928-1930
Der Luftsportverein Albgau e. V. besteht zwar erst seit 25 Jahren, aber die Geschichte des Segelflugs beginnt weit früher. Bereits 1928 waren Ettlinger Segelflieger am Bau eines Hängegleiters beteiligt. Emil Henn gehörte einer freiwilligen Baugruppe an, die am Staatstechnikum in Karlsruhe sich mit dem Bau eines Hängegleiters beschäftigte. Diese Konstruktion kam von der Wasserkuppe, bewährte sich jedoch nicht. Diese Gleiter, bei denen die Beine des Piloten das Fahrwerk bildeten, zählte zu den sogenannten Seelenverkäufern. Der Rüppurrer Kurt Maier wagte darauf auf den Rüppurrer Wiesen einige Sprünge. Die Versuche wurden jedoch bald eingestellt. Daraufhin wurde von verschiedenen Gruppen weitergebastelt. So wurden in der Watthalden-Wohnung in Ettlingen bei Henry Rapp Spieren (Tragflügelrippen) gebaut. Der Teilaufbau fand im damaligen Kinderhorst im Parterre der Watthalden statt.
Ebenfalls zu dieser Zeit fand ein Gespräch zwischen Emil Henn und Henry Rapp statt, wie man aus Teekistensperrholz kleine Holländer-Autos bauen könnte. Der Erlös durch den Verkauf dieser Autos sollte zum Bau eines Segelflugzeuges verwendet werden. Mit sechs Mann wurde in diesem Jahr in Ettlingen im “Wilden Mann” ein Segelfliegerverein gegründet. Die Mitglieder waren die zwei Gebrüder Maier von der Gartenstadt, Willi Schindler, Henry Rapp, Fritz Mai und Karl Sailer.
1931
In diesem Jahr erhielt Henry Rapp von der Zeitung “Grüne Post” kostenlos den Bauplan des gleichnamigen Segelflugzeuges. Er selbst erzählt dazu:
“Ich baute dieses Flugzeug fast allein mit meinem damaligen Kameraden Hugo Münz in der Werkstatt des sehr entgegenkommenden Zimmermeisters Herrn Link. Herr Link gab uns auch das Holz und Werkzeug, welches zum Bau unseres Flugzeuges am besten geeignet war. Auf dem Bild ist der Zimmereiplatz zu sehen, mit dem Haus in der Zehntwiesenstraße, Herr Zimmermeister Link, ein Herr von der Volksbank, meine Wenigkeit und Karl Sailer. Von den anderen weiß ich den Namen nicht mehr. Der Hugo Münz war bei der Aufnahme abwesend.”
Emil Henn erzählt aus dieser Zeit, daß seine ganze Begeisterung und Bewunderung der Rhön-Rossitten-Gesellschaft galt. Mit dem Fahrrad fuhr er…
1932
zur Wasserkuppe in der Rhön und im gleichen Jahr beteiligte er sich am Bau eines 12 m-”Hol’s-der-Teufel”. Diese rumpfverkleidete Maschine von 12 m Spannweite hatte für damalige Zeiten sehr gute Flugeigenschaften. Sie wurde von Kurt Maier aus der Gartenstadt eingeflogen. Die ersten Ettlinger Segelflugzeug-Ausstellung fand ebenfalls 1932 statt, in Ettlingen im Saal der “Sonne”. Grund der Ausstellung war die Werbung neuer Mitglieder. Gezeigt wurden unter anderem die Hochleistungsmaschine “Silbervogel” von Ingenieur Mayer, ein drahtverspannter “Schädelspalter” im Rohbau und ein “Hol’s-der-Teufel”. Da am Bau der letztgenannten Maschine auch eine Gruppe aus Durlach beteiligt war, wurde diese Maschine später auch in Durlach und Karlsruhe geflogen. In Ettlingen befanden sich nun schon mehrere Gruppen, die sich 1932 zusammenschlossen und von Bürgermeister Kraft zwei Barackenräume in der heutigen Kaserne erhielten.
1933
1933 bestand Emil Henn auf der Wasserkuppe die B-Prüfung und die Prüfung zum Gleitfluglehrer und bei Alexander Lippisch den Werkstattleiter. Bis dahin war in Ettlingen ohne Fluglehrer geflogen worden. Zehn Starts an einem Tag waren eine Seltenheit und kein Bruch bis zum Abend ein großes Wunder. Unter anderem wurde auch in Moosbronn geflogen und während der Winterzeit auch in Auerbach. Die Bauern vertrieben die Flieger mit Dreschflegeln und Heugabeln. Diesem Treiben setzte Emil Henn ein Ende, nachdem er im September 1933 noch die C-Prüfung mit Flugzeugschlepp bei Wolf Hirth auf dem Hornberg gemacht hatte und die Ettlinger Segelfliegergruppe im Deutschen Luftsportverband als Chef übernahm.
1933 – 1935
Nun wurden zwei weitere “Zöglinge” gebaut (Konstruktion von Fritz Stamer).
Zu diesem Zweck erhielten die Ettlinger Flugsportler eine Werkstätte im alten Schloß bei der Gewerbeschule. Mit diesen Schulmaschinen konnten nun endlich längere Flüge (bis zu 60 Sekunden) durchgeführt werden und so flog unter anderem Eugen Schneider unter Leitung von Fluglehrer Henn die erste A-Prüfung der Ettlinger Flugsportler. Auch Fritz Horn (er verstarb 1975), Friedrich Emig und Albert Hotz zählten zu den ersten Ettlinger A-Piloten. Die damalige Fluggruppe war dem DLV (Deutscher Luftsportverein) angeschlossen und machte in der Zeit von 1932-1937 mehrere hundert Starts ohne ernste Unfälle. Kleine Brüche waren selbstverständlich an der Tagesordnung. Sämtliche Starts wurden mit einem Gummiseil durchgeführt. Schleppwinden, wie sie heute in Betrieb sind, waren dort sehr selten und noch in der Entwicklung. Die Starts waren deshalb alle sehr kurz (ungefähr 10-60 Sekunden), dafür aber billig.
1937
Mit Übernahme des DLV in die NSFK hörte die Ettlinger Gruppe auf zu existieren.