26.08.2014 Kategorie: Allgemein
Von: Wolfgang Tausch

Fliegerlager 2014 in Walldürn

Was geht vor sich, wenn ein Fliegerclub mit Mitgliedern, Angehörigen, 7 Flugzeugen, Autos, Anhängern, Zelten usw. auszieht und auf Wanderschaft geht?

Werner, Siegfried und Jürgen

Werner, Siegfried und Jürgen

Ein Fliegerlager ist ausgerufen worden – für Segelflieger seit den Anfängen eine gute Tradition. Beim LSV-Albgau war für 2014 als Ziel Walldürn gewählt, daher machten sich insgesamt 30 Personen in der ersten Woche der Sommerferien auf den Weg in den Odenwald.
Alle waren zum Mitmachen aufgefordert, Segel- und Motorflieger, Flugschüler und Lizenzinhaber, Familienmitglieder und Freunde. Als Verein mit 2 getrennten Standorten ist es im LSV besonders wichtig, dass Piloten aller unserer Kategorien (Segelflug, Motorsegler und Motorflug) teilnehmen können und dass sich unsere Familien am Miteinander beteiligen können.
Die 5 Segelflugzeuge worden in ihren Transportanhängern nach Walldürn gezogen, Motorflugzeug (Katana) und Motorsegler (Dimona) konnten zeitsparend auf dem Lufweg überführt werden. Eine kleine Zeltstadt war inzwischen auf den Campingterassen entstanden und die Campingfahrzeuge in konnten die bestehnde Siedlung der "Einheimischen" integriert werden. Unser Koch Ernst hatte auch schon die ersten Untensilien in sein Reich in der zweckentfremdeten Werft der Walldürner eingeräumt.

 Mit  Martin, dem 2 Vorstand unserer Gastgeber, war am ersten Vormittag ein ausführliches Briefing vereinbart. Gleich danach konnten wir mit dem Flugbetrieb mit unseren Motor- und Segelflugzeugen beginnen. Um es vorweg zu nehmen:  Mit insgesamt 126h35min und 271 Starts konnten wir am Erfolg des letzten Jahres anknüpfen.

Jeder Flugplatz hat nicht nur veröffentlichte Regeln, sondern auch unausgesprochene Besonderheiten. Als Gastverein muss man diese möglichst schnell erkennen und lernen. Dafür hatten wir den ersten Tag reserviert. Die Fluglehrer bekamen dabei Unterstützung von unseren beiden aktivsten Jungmitgliedern und die Winde wurde gleich zu Detlevs Domäne.

In Walldürn wird parallel Motor- und Segelflugbetrieb durchgeführt. Da der Platz nicht besonders breit ist, müssen die Segelflugzeuge bei gleichzeitig anfliegenden Motorflugzeugen auf die schmale Grasbahn gehen.  Mit der richtigen Geschwindigkeit sollte kurz nach Platzbeginn aufgesetzt werden, um die Rückholung nicht zum lange andauernden Kraftakt werden zu lassen. Da konnten wir kräftig optimieren:  Beide Seile schnell hintereinander starten, damit das erste Flugzeug kurz landen kann. Dann schnell zurück holen und zu Seite schieben, damit das zweite Flugzeug auch kurz landen kann. An den ersten beiden Tagen haben wir nur eine einzige Serie "optimal" hingekriegt.

Später fanden wir heraus, dass eine Landung auf Asphalt auch für Segelflugzeuge die bessere Wahl ist, allerdings mussten wir die ersten Tage durch langes Gras zum Taxiway rausrollen.

Für die Motorflieger war es einfacher: Die Platzrunden für Richtung 24 und Richtung 06 stellen keine besonderen Anforderungen, die Bahn ist mit 850m so lang, dass man normalerweise vor der Halbbahnmarkierung in der Luft ist, An- und Abflug sind frei. Dank "Flatrate" bei der Landegebühr konnten wir mit beiden Motorflugzeugen kräftig (und preiswert) üben.

Das Lagerleben hat sich schnell eingependelt: Gemeinsames Frühstück im Freien an der langen Tafel, danach Briefing mit Wetterprognose (die uns regelmäßig verladen hat), Besprechen der Vorhaben, Einteilen der Dienste und Flugzeuge und dann Flugbetrieb oft bis nach 19:00. Unser Küchenchef Ernst hat sich meist etwas früher zurück gezogen, eingekauft und leckeres Essen vorbereitet. Klar haben wir auch 'mal gegrillt, aber WOK und Moussaka waren DIE Spezialitäten. Danke nochmal, Ernst! Gespeist wurde meist in der Walldürner Werft, weil es für August doch abends manchmal kühl wurde. Danach haben sich einige noch festgeratscht, den "HiTech-Kühlschrank geleert" oder sind (mit Stift und Fragebogen) zwischen Katana und Mooney hin und her gehuscht.

Am Montag hatten wir den Flugplatz für uns. Die Streckenflieger hatten wegen der unentschlossenen Vorhersage nicht aufgebaut, aber Eddy, Fabian und vor allem Ralf-Olaf zeigten, was an dem Tag drin gewesen wäre.

Auch am Dienstag gab es für uns viel zu lernen: Der böige Wind drehte immer mehr zur Seite und sorgte für deutliche Verwirbelungen hinter den "Grillwäldchen". Das bedeutet höher und schneller anfliegen – nicht aber höher abfangen. Der Guss-Spant des Astir musste als Sollbruchstelle herhalten, dem Piloten ist nichts passiert aber alle konnten ihre Erfahrung ausbauen.

Mittwoch und Freitag waren die Tage der Streckenflieger mit den weitesten Flügen: 3* über 450km, 2* über 300km und 1* über 200km. Mit einem Flug nach Sinsheim und zurück konnte Ralf-Olaf den die Bedingungen für den Abschluss seiner Segelflugausbildung mit gut 100km mehr als verdoppeln. Glückwunsch an alle Leistungsflieger!

Tagen ohne Streckenwetter nutzten wir für Motorflüge  (u.a. einen Verbandsflug von Katana und Dimona zur Wasserkuppe), F-Schlepptraining und Ziellandewettbewerb. Muss ich erwähnen, dass die beiden ersten Plätze an Flugschüler gingen?

Die letzten 3 Tage konnten die Motorflieger zum intensiven Training nutzen. Reiner war extra aus dem Allgäu angereist, um als Fluglehrer auszuhelfen. Peter hat die Situation mit der Dimona voll ausgenutzt und geschult.  Da staunten manche nicht schlecht, als die ersten Trainingsflüge am Freitag schon Punkt 7Uhr rausgingen. Doch wurden nicht nur dutzendweise Flatrate-Platzrunden geschrubbt, auch eine Überlandeinweisung war im Programm und die Rückflüge nach EDSB bzw. Rheinstetten.

Als wir am Sonntag unsere Zelte abbrachen, konnten wir schon ein positives Resüme ziehen: Viele Flugstunden und Starts (126h/271), Fortschritte in der Ausbildung ( 1 Segelflugschüler prüfungsbereit, 2 neue F-Schleppberechtigungen, 1 LS4-Einweisung, 1 Katana-Differenzschulung, 1 Dimona-Freiflug, 1 Dimona-Überlandreife), Streckenflüge bis über 450km, gemeinsames Feiern und gute Zusammenarbeit mit den gastfreundlichen Odenwäldern.

Wir haben noch in Walldürn auch für 2015 wieder ein Fliegerlager beschlossen. Reiner will wieder mitmachen und auch bei seinem Verein die Werbetrommel rühren. Reiner, wir freuen uns auf Euch!

Ein besonderer Faktor für den Erfolg unseres Fliegerlagers war das Mitmachen von Familien und Freunden. Unsere Gastgeber haben uns mehrfach darauf angesprochen, wie harmonisch unser Miteinander ist. Daher würde mich freuen, wenn im nächsten Jahr auch wieder möglichst viele ihre Familie und Freunde mitbringen würden – ich verpreche ein buntes Rahmenprogramm …..


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