27.02.2018 Kategorie: Allgemein
Von: Jürgen Skucek

Kalman Körmendi hat seinen letzten Flug angetreten.

Jeder von uns nahm an, dass Kalman 100 Jahre alt werden kann. So fit und umtriebig war er. Dieses schnelle „Davonfliegen“ ist für ihn sicher ein guter Abschluss eines erfüllten Lebens, aber er lässt uns betroffen zurück. Kalman wurde 82 Jahre und war gerade 50 Jahre aktiv in unserem LSV-Albgau und im Aero-Club Landau, wo auch seine treue alte EKIL nach Schließung des Karlsruher Flugplatzes neuen Unterschlupf gefunden hat.

Kalman Körmendi

Über die Vereine war Kalman durch seinen Einsatz als F-Schlepper bei vielen nationalen und internationalen Einsätzen. Noch in diesem Januar war er mit seiner EKIL in Rheinstetten im Einsatz.

Kalman war ein Techniker, der jedes Material und jeden Prozess wirklich verstehen wollte und verstanden hat. Für ihn war es ein Gräuel, wenn neu gekauft wurde, wenn auch anständig repariert werden konnte. In der Schmiede seines Vaters aufgewachsen und die Jugendjahre in Ungarn haben in geprägt.

Im Verein sind seine Lösungen und Hilfsmittel geschätzt und bekannt. Als Beispiel ist der Kalman-Haken zur Montage des Höhenruders der ASK in unseren Sprachgebrauch eingegangen.

Kalman war bei Elbatainer in Ettlingen tätig und ist einer der Väter des Kunststofftanks, wie er heute in der Automobilindustrie verwendet wird. Zum (ich meine es war das 30-jährige-) Jubiläum der Entwicklung des Kunststofftanks war er durch die Firma Daimler nach Urach zum Festakt eingeladen, was sein Wirken würdigte und ihn auch stolz gemacht hat.

Präzises und diszipliniertes Fliegen strebte Kalman an, sowohl im Segel- als auch im Motorflug. Faßrolle mit der EKIL geflogen und eine wie die andere zeigte seine Perfektion. Er erwartete auch von den Piloten, die er schleppte ein hohes Maß an exaktem Fliegen. So mancher wird seine Ausführungen dazu in Erinnerung haben. Fliegerische „Taliban“ mochte er gar nicht.

Uns allen, die ihn seit 50 Jahren begleitet haben und ganz besonders den „Alten Herren“ des LSV-Albgau am Mittwoch wird er fehlen. Diese Treffen waren durch seine Beiträge immer spannend und interessant.